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Was ist Bäderarchitektur ?

 

Romanik 1020-1250  –  Gotik 1235-1520  –  Renaissance 1520-1660  –  Barock 1660-1780 
Klassizismus 1755-1830  –  Historismus 1820-1910/40  –  Gründerstil 1870-1920  –  Jugendstil 1890-1910


Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg entstandenen Bauten in den Seeheilbädern Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin spiegeln einen ganz bestimmten Zeitgeist wider. Es sind Einrichtungen, die speziell für den Sommeraufenthalt an der See errichtet wurden. Die Bauherren konnten ihren architektonischen Wünschen, je nach Geldbeutel, freien Lauf lassen. Ob in Anlehnung an französische Renaissancepaläste, an Klassizismus oder nach italienischem Vorbild, die Sommerresidenzen übertrafen sich gegenseitig in Gestaltung und Glanz und waren ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Stellung des Bauherren.

Unter dem Begriff Bäderarchitektur werden diese unterschiedlichen Baustile zusammengefasst. Bäderarchitektur ist keine spezielle Kunst- oder Stilgattung wie z. B. die Renaissance oder der Barock. Es ist eine Summierung der verschiedensten Bau- und Stilmerkmale unterschiedlicher Epochen. Darin liegt die Besonderheit und der Reiz dieser Baudenkmale.

In den drei Seeheilbädern sind folgende Gestaltungselemente besonders ausgeprägt:

 

· Die Vorderfronten sind häufig horizontal durch vorgehängte
  Balkone und vertikal durch Risalite oder Türme gegliedert.
· Holzloggien mit filigranen Holzarbeiten
· Barocke Putten am Außenbau
· Reliefdarstellungen
· Dreiecksgiebel
· Auffällige Erker
· Antikisierende hohe Säulen
· Große Jugendstilfenster
· Breite Freitreppen
· Ranken und andere steinerne Schmuckdekorationen an den
  Hausgiebeln, um Türen und Fenster
· Reich verzierte Schornsteine und Dachgiebel
· Aufwändig gestaltete Eingangstüren
· Parkähnliche Anlagen
· Kapitelle mit verschiedensten Schmuckelementen

Dachreiter: kleine Verzierungen auf dem Dach

Fiale: schlankes Türmchen auf den Stützpfeilern von großen Gebäuden

Fries: schmaler Verzierungsstreifen aus Stein mit verschiedenartigen Ornamenten: Wellenbändern, Rundbogen, Diamantfries, Bogenfries

Gesims: aus der Mauer hervortretender waagerechter Streifen zur Betonung der waagerechten Bauabschnitte

Kapitell: oberer Abschluss von Säulen und Pfeilern mit ornamentalen, pflanzlichen oder figürlichen Verzierungen

Loggia: offene Halle, von Säulen getragen in oder vor einem Gebäude

Pilaster: Wandpfeiler, der nur wenig aus der Wand hervortritt. Zweck: Mauerverstärkung, Wandgliederung, Gebälkträger, Portal und Fensterrahmung

Portikus: Vorbau an der Haupteingangsseite von Säulen oder von Pfeilern getragen, häufig mit Dreiecksgiebel

Relief: Bauplastik

Risalit: in seiner ganzen Höhe einschließlich Dach, aus der Bauflucht vorspringender Gebäudeteil






 

 


 
 

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