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"Die Kaiserbäder auf Usedom - ein Vorort Berlins"

 

Die durch das Heimatmuseum Berlin Charlottenburg Wilmersdorf und die „3 Kaiserbäder“ initiierte Ausstellung "Die Kaiserbäder auf Usedom - ein Vorort Berlins" faszinierte im letzten Jahr in Berlin und auf der Insel Usedom ihre Besucher. 

                                                                                             

Hintergrund: Viele prominente Berliner - Bankiers, Industrielle, Künstler - die in Charlottenburg-Wilmersdorf ansässig waren, haben mit ihrem Engagement zum rasanten Aufstieg der Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin beigetragen. So erhielt das Seebad Heringsdorf nach der Gründung der „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“ durch die Brüder Adelbert und Hugo Delbrück im Jahre 1872 innerhalb weniger Jahre seine heutige Struktur. Die Ausstellung bewegt sich auf einer Reihe von Lebenspfaden, die die Wohnform „Vorne Kudamm, hinten Ostsee“ initiierten und ihr folgten.

 

In der Kaiserzeit war es für die Berliner Oberschicht schon fast ein Muss, eine feudale Villa in einem der Kaiserbäder auf der Insel Usedom zu besitzen. Dabei gaben sich die wenigsten von ihnen dort ausgiebig der Sommerfrische hin, da sie von den vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen einfach zu stark vereinnahmt wurden. Richtig genießen konnten das milde Ostseeklima die namhaften Künstler und Gelehrten, die sich ebenfalls in den „3 Kaiserbädern“ ansiedelten. Selbst deren Häuser in Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin waren oft so opulent ausgestattet wie die eigenen Residenzen im Berliner Tiergartenviertel oder im wohlhabenden Charlottenburg.

 

Die Ausstellung „Die Kaiserbäder auf Usedom – ein Vorort Berlins“ konnte den Gästen einen Einblick in die Lebensgeschichte von namhaften Persönlichkeiten aus der Kaiserzeit gewähren, deren klangvoller Name bis heute ein Begriff ist, über die jedoch oft kaum persönliches bekannt ist. Darunter Bismarcks Bankier Gerson von Bleichröder, der Kunstmäzen Benoit Oppenheim, Adelbert Delbrück, Begründer der Deutschen Bank und Hermann Berthold, der „goldene Berthold“, dessen erst in den 1990er Jahren aufgelöste Firma alle, die Qualität im Buchdruck zu schätzen wissen, bis heute nachtrauern.

Ferner wurden in der Ausstellung die Lebenssituationen der prominenten Bewohner im heimatlichen Berlin und im „Nizza der Ostsee“, wie die „3 Kaiserbäder“ in dieser Zeit auch genannt wurden, miteinander verglichen. Was brauchte man, um sich und seinen Besitz sehen lassen zu können? 

 

Die ungewöhnliche Sammlung wurde unter der Leitung von Heimatmuseumsdirektorin Birgit Jochens erarbeitet. Viele Fotos, Souvenirs und persönliche Erinnerungsstücke, die mehr als 75 Berlinerinnen und Berliner dem Museum eigens dafür zur Verfügung stellten, machten die Ausstellung zu einer kleinen Zeitreise in die Vergangenheit. Die Fortsetzung dieser Reise folgt bei einem ausgedehnten Spaziergang entlang der Villen aus der Gründerzeit in den "3 Kaiserbädern" ...

 

 

Begleitend zur Ausstellung ist das Buch "Die Kaiserbäder auf Usedom: ein Vorort Berlins" erschienen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 


 
 

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